Posts By: Anna

Markus Orths, Die Enthusiasten

Was haben ein besessener Laurence-Sterne-Fan auf der abenteuerlichen Jagd nach dem angeblichen zehnten Band von Tristram Shandy, eine Teilchenforscherin, die abgeschirmt von kilometerdicken Felswänden über Jahre versucht, Dunkle-Materie-Teilchen zu erlauschen, ein Kino-Enthusiast, der abgefahrene Experimentalfilme ausheckt, eine nordenglische Kleinstadt und ein sensationeller Fund gemeinsam?

Sie kommen in »Die Enthusiasten«vor, dem wahrscheinlich turbulentesten und gewagtesten Roman seit Langem, der auf halsbrecherische Weise die Grenzen dessen auslotet, was Erzählen kann und was menschengemachte Kunst ist. Auch dabei: eine rätselhafte Thailänderin, eine unendlich liebenswerte, lesebesessene und eigensinnige Mutter, die spurlos verschwindet, und ein Vater, der ausschließlich auf nie dagewesene Fragen antwortet.

Galiani Berlin
24,-€
978-3-86971-330-4

Hartmut Rosa, Situation und Konstellation

»Nur wo wir handeln, fühlen wir uns lebendig, und nur im Handeln gewinnen wir soziale Energie.«

Die Lehrerin, die Noten nicht zur Ermutigung vergeben kann, die Ärztin, die Bildschirme statt Patienten behandelt, der Schiri, dessen Augenmaß vom VAR verdrängt wird: Unmerklich verändert sich in der Gegenwartsgesellschaft der Charakter unseres Handelns. Insbesondere im Berufsleben, aber zunehmend auch in der Freizeit zeichnen uns Richtlinien und Formulare, Algorithmen und Apps die Wege zur Entscheidungsfindung minutiös vor. An die Stelle situationssensiblen Überlegens und Urteilens tritt die konstellationsbasierte Vollzugslogik der Maschinen, mit denen wir tagein, tagaus hantieren. »Stimme zu« / »Stimme nicht zu« – so werden Handelnde zu Vollziehenden.

Diese Entwicklung, sosehr sie der Gerechtigkeit und Transparenz dienen mag, hat einen hohen Preis, den Hartmut Rosa in seinem neuen Augenöffner auf anschauliche Weise beziffert. Denn wenn Ermessensspielräume verschwinden und die Kreativität menschlichen Handelns aus den alltäglichen Praxisvollzügen eliminiert wird, wächst das Gefühl der Ohnmacht. Und mit der Urteilskraft verkümmert die Handlungsenergie als solche. Doch wie können wir diesem individuellen und kollektiven Energieverlust der Gesellschaft entgegenwirken? Indem wir, so Rosa, die menschliche Handlungsfähigkeit stärken, und zwar auf allen Ebenen der sozialen Existenz.

Suhrkamp
25,-€
978-3-518-58833-8

Armin A. Woy, Berlin mit der Ringbahn entdecken

Mehr Berlin geht nicht! Mit der Ringbahn lässt sich die Innenstadt einmal komplett umrunden. Auf 37 Kilometern fährt sie rund eine Stunde lang an den schönsten Ausblicken Berlins vorbei.Doch auch das Aussteigen lohnt sich: Armin Woy hat die Gegend rund um die 27 Bahnhöfe ausgekundschaftet und berichtet in diesem Buch von den Sehenswürdigkeiten, Museen, Denkmälern, Geschäften, Cafés sowie Parks links und rechts der Strecke. So macht er Lust auf Stadterkundungen nach dem Motto: Der Weg´ist das Ziel. Auch Einheimische können hier noch einiges Überraschendes entdecken.

Bebra Verlag
15,-€
978-3-8148-0321-0

Hans-Martin Gutmann, Brauchen wir Demut?

Ohne Demut wird es in absehbarer Zeit kein Leben auf unserem Planeten mehr geben. Seit Jahrhunderten dominiert eine Weise menschlichen Lebens und Wirtschaftens, die ohne Rücksicht auf Mitlebende die weiteren Existenzmöglichkeiten auf unserem Planeten verunsichert. Sie zerstört sie wahrscheinlich sogar – durch Gewalt und Krieg, durch ungebremste Profitgier, durch grenzenlose und vollkommen verantwortungslose Vernichtung der Lebensumwelt im Zuge ihrer Ausbeutung. Deshalb fragt der Theologe Hans-Martin Gutmann nach einer Haltung, die aus der Mode gekommen ist: Demut. Demut ist wie jede menschliche Handlung ambivalent. Es gibt Formen von Demut, die Lebensmöglichkeiten und Leben gefährden: sich klein machen in Konflikten in Familien, in Liebesbeziehungen und Freundschaften; Unterwürfigkeit zeigen gegenüber politischer Herrschaft und gegenüber Machtgestalten am Arbeitsplatz; sich wegducken, wenn Einschreiten notwendig wäre. Demut heißt nicht Unterwürfigkeit. Heilsame Demut hat Ich-Stärke zur Voraussetzung und stärkt sie. Heilsame Demut übt den aufrechten Gang, die Klarheit in Liebe und Zärtlichkeit genauso wie die Klarheit und bisweilen Härte in Konflikten. Heilsame Demut ist mit Macht in einem lebensförderlichen Sinne verschwistert: Aus Demut erwachsene Macht ist Lebensmut – für das eigene Leben und für die, die es brauchen.

Omnino Verlag
16,-€
978-3-95894-355-1

Ulrich H.J. Körtner, Kirche des Wortes

Kirche nach evangelischem Verständnis ist Kirche des Wortes. Darin besteht bei allen konfessionellen Differenzen die gemeinsame Grundüberzeugung der aus der Reformation des 16. Jahrhunderts hervorgegangenen Kirchen. Welche Wirkungen und welche Wirkmacht das Evangelium auch heute entfaltet, ist Thema des vorliegenden Buches. Gegenwärtig mehren sich allerdings Stimmen, die die Kirche des Wortes, jedenfalls in ihrer volkskirchlichen Gestalt, am Ende sehen. Manche plädieren dafür, auf den Begriff der Kirche zu verzichten und stattdessen lieber nur noch von vielfältigen Gestalten des Christseins als Lebensform zu sprechen. Das vorliegende Buch nennt Gründe, weshalb auch das Christentum von morgen nicht ohne den Begriff Kirche auskommt, so plural seine heutigen und künftigen Gestalten auch sein mögen.

Evangelische Verlagsanstalt
38,-€
978-3-347-07757-1

Hartmut Rosa, Demokratie braucht Religion – gerade jetzt!

Vier Jahre nach der Erstauflage des erfolgreichen Spiegel Bestsellers »Demokratie braucht Religion« sehen sich derzeit gerade die demokratischen Gesellschaften mit massiven Herausforderungen konfrontiert: eine zweite Amtszeit Donald Trumps und seiner evangelikalen »Gotteskrieger«-Gefolgschaft, neu-grassierende fundamentalistische Strömungen, eine gar nicht mehr so schleichende Normalisierung rechtspopulistischen Gedankenguts – und all das, während die christlichen Kirchen weiter erodieren. Diese Entwicklungen nahm Hartmut Rosa zum Anlass, seinen Text zu überarbeiten, zu aktualisieren und zu erweitern. Die Kernaussage wird überprüft und um weitere Argumente und Überlegungen ergänzt. Darüber hinaus beleuchtet Rosa in der Neuausgabe intensiv das Gefahrenpotenzial der (institutionalisierten) Religion.Neben einem Vorwort von Gregor Gysi nun auch mit einem weiteren Vorwort eines der einflussreichsten Philosophen unserer Zeit: Charles Taylor.

Kösel
14,-€
978-3-466-37362-8

Elke Heidenreich, Altern

Bestsellerautorin Elke Heidenreich schreibt ganz persönlich über ein Thema, das uns alle betrifft. Ein ehrliches Buch über das Altern, das Mut macht.Alle wollen alt werden, niemand will alt sein. Der Widerspruch ist absurd, das Leiden daran real. Wie lernen wir, so gut wie möglich damit zurechtzukommen? Geht das, alt werden und ein erfülltes Leben führen? Elke Heidenreich hat sich mit dem Altwerden beschäftigt. Herausgekommen ist dabei ein Buch, wie nur sie es schreiben kann. Persönlich, ehrlich, doch nie gnadenlos, mit einem Wort: lebensklug. Sie denkt über ihr eigenes Leben nach, und das heißt vor allem, über ihre Beziehungen zu anderen Menschen. Im Alter trägt man die Konsequenzen für alles, was man getan hat. Aber mit ihm kommt auch Gelassenheit, und man begreift: »Das meiste ist vollkommen unwichtig. Man sollte einfach atmen und dankbar sein.«

Hanser Taschenbuch
15,-€
978-3-446-28621-4

Axel Hacke, Aua!

Wie ist es, seit fünfzig Jahren mit einem Pfeifton im Ohr zu leben? Und: Woher kommt er überhaupt? Wie kann eine Einladung zum »Literarischen Quartett« zu einer Knieverletzung führen? Wie bricht man sich beim Meditieren einen Knochen? Axel Hacke weiß es und erzählt in diesem Buch die Geschichte und Geschichten seines eigenen Körpers, vom Standpunkt eines Mannes in der zweiten Hälfte der Sechziger aus gesehen: Es geht um die Gebrechen, aber auch um die Triumphe des Körpers und um das große, nie nachlassende Staunen über das Funktionieren desselben. Axel Hacke sucht nach Antworten auf einige alte Fragen – Habe ich einen Körper oder bin ich mein Körper? Und wem gehört dieser eigentlich? Dem, der drin wohnt? – und gewährt Einblicke in das Banale und das Geheimnisvolle, das Rührende und das Großartige, das Lustige und das Fürchterliche, das Schöne und das Abstoßende seines eigenen und letztlich unser aller Körper.

Dumont
14,-€
978-3-7558-0571-7

Son Lewandowski, Die Routinen

Ein Gummibärchen essen, heute den Arm, morgen ein Bein. Was sich anhört wie ein Witz, ist Alltag für die Leistungsturnerin Amik. Für sie zählt jedes Gramm, jeder Wettkampf, jede Wiederholung. Und jede überschrittene Grenze nimmt Amik dafür hin. »Die Routinen« seziert eine Welt, von der jeder ahnt, dass sie hart ist, aber niemand sieht oder sehen will, wie ausbeutend ein System ist, auf dem so viel Glitzer und Glanzspray liegt.

München. Montreal. Tokio. Wenn die olympischen Spiele anstehen, blickt die ganze Welt auf eine Stadt, auf eine Mannschaft, auf eine Leistungsturnerin. Die Mädchen und Frauen trainieren ihr gesamtes Leben auf diesen Moment hin. Aus diesem Wir der Turnerinnen, das in olympischen Jahren denkt, vom Training auf die Waage zu den Wettkämpfen gedrängt wird, entspringt ein Ich, die Turnerin Amik. Sie beugt sich den gnadenlosen Wettbewerbsprinzipien ihres Sports und mit jedem weiteren Schritt auf ein Siegerinnenpodest entfernt sie sich mehr von den Mädchen, die sie gestern noch getröstet haben. Auf kraftvolle Weise erzählt Son Lewandowski von Sport und Politik, von fragilen Beziehungen und den Grenzen des eigenen, alternden Körpers. Die Geschichten von berühmten Turnerinnen und der größte Missbrauchsskandal der Sportgeschichte werden in die Geschichte von Amik eingewebt und machen »Die Routinen« zu einer atemlosen Leseerfahrung.

Klett-Cotta
25,-€
978-3-608-96716-6

Alex Capus, Das kleine Haus am Sonnenhang

Eine kleine Philosophie der Gelassenheit und des stillen Glücks

Es sind die 90er-Jahre in Italien. In den Kneipen wird geraucht, an den Tankstellen wird man bedient. Alex Capus bezieht ein einsam stehendes Steinhaus am Sonnenhang eines Weinbergs. Dort verbringt er viel Zeit mit seiner Freundin und Freunden, dort sucht er die Einsamkeit, um an seinem ersten Roman zu schreiben. Wie findet man Zufriedenheit im Leben? Warum stets eine neue Pizza ausprobieren, wenn doch die gewohnte Pizza Fiorentina völlig in Ordnung ist? Warum Jagd nach immer noch schöneren Stränden machen, wenn schon der erste Strand gut ist? Alex Capus erzählt persönlich über die Liebe zur Literatur und ein Leben im Einklang mit sich selbst.

Ein Buch voll Charme und Leichtigkeit, eine Ode auf die Zufriedenheit

dtv
14,-€
978-3-423-14957-0